Am Vormittag bildeten wir zwei Gruppen, die zwei verschiedene Elefantcamps besuchten, um dort den Bewertungsbogen zu testen.
Die Anlage, welche Surachit, Kiri und ich besuchten, machte zuerst gar keinen guten Eindruck. Im Uferbereich eines Bachs standen gut ein Dutzend angekettete Elefanten umgeben von Gestrüpp und Trampelpfaden. Daneben sah man einige teilweise recht verlotterte Hütten, zwischen denen ein paar junge, verschlafene Thais herumlungerten. Mit zwei dieser Jungs begann Surachit seien Bewertungsbogen auszufüllen. Restaurant? Nein. Toilette? Ja, aber auf der anderen Flussseite? Stall? Nein ... Mir schien das Ganze ein abstossendes Beispiel dafür, wie man solche Camps nicht betreiben sollte und ich fragte mich, wer hier überhaupt dafür bezahlt, Elefanten an zu schauen.
In einer Interviewpause wies Surachit auf den Elefanten hinter uns, der etwas abseits der anderen Tiere angekettet war und meinte, so sehe ein glücklicher Elefant aus. Ich war etwas überraschet, denn ich hatte die wippenden Bewegung des Tieres eher als Symptome einer psychische Störung wegen Unterbeschäftigung gedeutet.
Kurz darauf tauchte eine Thailänderin auf, die einen sehr aufgeweckten Eindruck machte. Sofort zogen sich die Jungs zurück und überliessen ihr das Interview. Sie führte uns auf die andere Seite des Bachs, zeigte uns die einfache aber saubere und hübsch gestaltete Toilette und erklärte ruhig und freundlich, wie das Camp funktioniert.
Es schmückt sich damit, die einzige Elefantenfarm Thailands zu sein (www.pataraelephantfarm.com). Das heisst, hier werden Elefanten gezielt verpaart, um Nachwuchs für die vielen Elefantencamps zu züchten. Daneben – ich nehme an es ist die Haupteinnahmequelle – können Touristen einen Tag mit den Elefanten verbringen.
Wenig später tauchte auch eine solche Gruppe auf. Rund ein Dutzend, mehrheitlich hellhäutiger Leute wurden erhielten zuerst einen sehr guten Vortrag über die Geschichte der Domestizierung von Elefanten in Asien und deren Bedeutung für die Geschichte Thailands. Dann wurden die Elefanten zugeteilt, mit Bananen begrüsst und das Reiten geübt.
Bevor die Gruppe in Einerkolonne im Wald verschwand, erhielten die Tiere ein ausgiebiges Bad im Bach.
Als wir das Camp schliesslich verliessen, fiel mein Urteil deutlich positiver aus, als in der ersten halben Stunde unseres Besuchs. Offenbar ist es gar nicht so einfach, gute von schlechten Camps zu unterscheiden. Deshalb soll auch diese Zertifizierung durchgeführt werden.
Die Fahrt zur anderen Gruppe dauerte fast eine Stunde. Sie waren in einem der grösseren Camps nördlich von Chiang Mai (www.elephanteco.com). Dort wurde uns ein einstündiger Ausritt offeriert.
Danach bedankten wir uns freundlich beim Gastgeber und fuhren weiter nach Norden, bis an die Birmesische Grenze bei Mae Sot. Das Hotel war diesmal schnell gefunden, dafür dauerte die Fahrt zur Suche eines Restaurants umso länger. Schliesslich landeten wir in einem Karaoke Restaurant. Nach dem Essen sang Winai ein paar Lieder, die er mir widmete und natürlich wurde auch ich aufgefordert, auf die Bühne zu gehen.
Listig stellte ich die Bedingung, dass zuerst eine der Damen einen Auftritt wagen müsse und diese waren plötzlich sehr müde, weshalb wir bald zurück in Hotel gingen.

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